Einleitung

Die Junge Union Hildesheim begrüßt die Pläne der Stadt im Rahmen des Projekts „Zukunft Stadtgrün“ die Gegend des Hohnsensees und der Wallanlagen aufzuwerten. Wir wissen um die zentrale Bedeutung des Hohnsensees inklusive der Jowiese für die gesamte Region Hildesheim und freuen uns darüber, dass zur Verbesserung der Anlagen 4 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Als Stimme der Jugend wollen wir die Umsetzung der Pläne durch die Stadt Hildesheim im Rahmen des Projekt Zukunft Stadtgrün – Hohnsensee mit Wallanlagen mit eigenen Ideen unterstützen, kritisch begleiten und für die Jugend wichtige Schwerpunkte setzen. Wir machen uns für ein realistisches und umsetzbares Konzept stark und wehren uns gegen utopische und nicht finanzierbare Ideen. Im Folgenden beziehen wir daher wie folgt Stellung:


Bestandspflege

Eine Begutachtung des Projektgebiets führt zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass es in erster Linie keiner aufwendigen Neugestaltung bedarf, sondern dass zunächst aufgeräumt, gepflegt und instandgesetzt werden muss. Wir empfinden es als schwierig, neu zu gestalten, wenn Vorhandenes nicht intakt ist, verkommt und im Wege der Neugestaltung nicht in Schuss gebracht werden kann. Das Gebiet rund um den Hohnsensee und die Wallanlagen sind schön. Das Vorhandene muss aber auch angemessen gepflegt und angefangene Arbeiten endlich zu Ende geführt werden. Der aktuelle Zustand ist nicht akzeptabel, gerade im Hinblick auf die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025.

Rumliegendes Totholz sollte regelmäßig eingesammelt werden. Wieso liegt zusammen gesammeltes Gestrüpp auf den Wegen? Angefangene Arbeiten sind umgehend zu beenden.

Gegen Vandalismus ist die öffentliche Hand leider machtlos. Allerdings entbindet sie das nicht von ihren Aufgaben. Vorhandene Graffiti oder Beschädigungen verringern die Hemmschwelle für weitere Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten und müssen daher umso schneller entfernt bzw. beseitigt werden.

Warum werden defekte Geländer z.B. nicht erneuert? Diese Nachlässigkeit der Stadt gefährdet Fußgänger und insbesondere Radfahrer.

Wir sind gegen einen radikalen Rückschnitt des vorhanden Grüns und für eine Auslichtung mit Augenmaß und Gefühl passend zur Umgebung. Wichtig ist, dass Wege und Bänke frei, begehbar und problemlos erreichbar sind. Bäume dürfen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen entfernt werden. Die Natur ist zentraler Bestandteil des Hohnsensees und der Wallanlagen und sollte sich daher bestmöglich und im Einklang mit der Umgebung entfalten können. Harakiri-Aktionen des Stadtordnungsdiensts wie in der Vergangenheit sind zu vermeiden und es ist Transparenz für den Bürger zu schaffen.

Nur für die Pflege der Wallanlagen und des Hohnsensees sind eine ausreichende Zahl an geeigneten Mitarbeitern abzustellen. Ggf. müssen hier erforderliche Stellen geschaffen werden. Die zentrale Bedeutung des Gebietes rechtfertigt die höheren Personalkosten.


Pflege des Bestands

Wir fordern die Stadt Hildesheim auf, den vorhandenen Bestand endlich regelmäßig und fachgerecht zu pflegen. Durch das Verkommenlassen der Grünanlagen Hildesheims entstehen unnötige Kosten – Kosten, die wir als 'nächste' Generation zahlen werden. Das akzeptieren wir nicht mehr. Viele der geplanten Maßnahmen sind nur erforderlich, da die Stadt Ihrer Verantwortung in der Vergangenheit nicht nachgekommen ist. Wir sehen aktuell die Gefahr, dass die Fördergelder verpuffen und langfristig keine Verbesserung erzielt wird. Neuanschaffungen sind begrüßenswert, müssen aber auch gepflegt werden und dürfen nicht wieder vernachlässigt werden. Ein sinnvolles, langfristig tragbares Konzept zur Instandhaltung der Wallanlagen inklusive des Hohnsensees ist zwingend erforderlich.


Wege

Ausdrücklich sprechen wir uns gegen komplett neue, gepflasterte oder geteerte Wege aus. Es ist vollkommen ausreichend, die vorhandenen Wege auszubessern und den natürlichen Eindruck zu behalten. Nur an kritischen und häufig frequentierten Stellen sollten die Wege mit feinem Splitt rollstuhl- und barrieregerechter gemacht werden.


Begrünung der Hänge

Die Pläne der Stadt die Hänge der Wallanlagen zeigen, dass nicht hinreichend an die Jugend gedacht wird. Nahezu jedes Hildesheimer Kind hat schon in den Hängen am Liebesgrund, bzw. am Kehrwiederwall getobt und ist diese heruntergerutscht. Eine Begrünung dieser Stellen ist aus unserer Sicht daher absolut unnötig, sinnlos und von kurzer Dauer. Im Gegenteil, das Spielen in der Natur und im Einklang mit dieser muss unbedingt gefördert werden. Der Fantasie von Kindern darf nicht durch unnötige Ordnungsmaßnahmen begrenzt werden. Die Wallanlagen sind ein riesengroßer Abenteuerspielplatz – das soll auch so bleiben!

Selbstverständlich gibt es Bereiche, in denen eine Begrünung sinnvoll und zwingend erforderlich ist. Als Beispiel kann dazu die Wiese zwischen dem Noah und dem Hohnsensee genannt werden (siehe Abbildung Nr. 7). Hier darf die Stadt aber nicht nur neuen Rasen sähen, sondern muss auch die Ursache beheben. Der Zaun daneben muss verlängert werden. Der genannte Bereich ist einer der beliebtesten Orte in Hildesheim. Wir begrüßen daher die Pläne den unteren Parkplatzbereich zu entfernen, die Fahrradständer umzusetzen und die Fläche zu begrünen.


Sitzbänke und Mülleimer

Wir sind gegen den Austausch vorhandener Sitzbänke und machen uns für eine Aufbereitung und eine sinnvolle Ergänzung stark. Einheitliche Bänke im ganzen Projektgebiet sind nicht erforderlich, verschiedene Bänke (in Form und Farbe) haben einen ganz besonderen Charme.

Viel wichtiger ist eine ausreichende Anzahl an Bänken, um genügend Möglichkeiten zum pausieren, insbesondere für ältere Menschen, zu schaffen. Momentan gibt es zu wenige oder sie fehlen ganz offensichtlich. Hier ist seitens der Stadt zu prüfen, ob Sitzbänke durch engagierte Bürger/innen oder Organisationen gestiftet werden könne. Im Gegenzug erhält der Spender eine Plakette auf der Bank.

Die aktuellen Standorte und die Ausrichtungen der Bänke müssen teilweise umgehend angepasst werden. Sichtweiten von unter 5m aufgrund eines Busches, Baums oder Ähnlichem sind nicht schön und ergeben keinen Sinn. Wir begrüßen den in der Bürgerbeteiligung dazu vorgetragenen Ansatz.

Sinnvoll platzieren bedeutet aus unserer Sicht gleichmäßiger Abstand zwischen Bänken mit ausreichender Sichtweite und idealerweise schönem Ausblick. Selbstverständlich müssen an besonderen Orten wie dem Hohnsensee, der Bastion, Spielplätzen usw. mehr Bänke zur Verfügung stehen.

Wir empfehlen, die Bänke unbedingt im Boden zu befestigen. Die Idee, dass Bänke frei bewegt werden können, ist gut gedacht, hat sich aber in der Praxis nicht bewährt.

Neben jede Bank gehört auch ein Mülleimer. Diese sollten nicht wie jetzt nur feuerverzinkt sein, sondern auch entsprechend der Umgebung in einem angenehmen Grün lackiert werden. Es liegt in der Verantwortung der Stadt Hildesheim, Mülleimer regelmäßig zu leeren.

Die Junge Union bietet an, einen Teil der Mülleimer in Zusammenarbeit mit anderen Jugendorganisationen von außen zu streichen und auf diese Weise selbst Verantwortung zu übernehmen.


Spielplätze

Bei Spielplätzen fordern wir mehr Qualität als Quantität. Anstelle von vielen dezentralisierten, heruntergekommen Spielgeräten, machen wir uns für wenige und zentrale Konzeptspielplätze mit großflächigen Aufenthalts- und Spielplatzflächen stark. Als geeignete Standorte sehen wir den Spielplatz Kleine Venedig, den Bereich um die Bastion und den Hohnsensee. Die Spielplätze sind dabei in die Natur zu integrieren. Insbesondere in den Wallanlagen ist das sehr gut möglich. Kinder sind oft kreativer, als die Planer von Spielplätzen glauben (siehe dazu auch den Punkt Begrünung der Hänge und kleine Besonderheiten).

Wir bitten, die Stadt, die zwei nicht funktionsfähigen Spielgeräte an der Südseite des Hohnsensees schnellstmöglich zu entfernen. Der aktuelle Zustand ist erbärmlich. Wir empfehlen hier einen Spielplatz in Sichtweite vom Noah zu errichten, gerne in Kombination mit dem vorhandenen Fitnessparkour und Treppenstufen in Richtung des Hohnsensee (ähnlich einer Tribüne).

Zu Spielplätzen gehören übrigens nicht nur Bänke und Mülleimer, sondern auch Fahrradständer. Hier kann man ggf. die Fahrradständer vor dem Noah, die in genauer Sichtachse zum Hohnsensee stehen, nutzen.


Soccer und Basketballplatz

Die grüne Wiese hinter der Bischofsmühle ist ein idealer Standort für einen Soccer- und Basketballplatz. Ein solcher fehlt momentan in diesem Stadtteil und wäre eine echte Bereicherung für die Gegend und ein notwendiger Anlaufpunkt für die Jugend. Die Bedürfnisse Jugendlicher werden in den Projektplänen kaum bis gar nicht berücksichtigt. Die Wiese ist groß genug, so dass noch ausreichend Platz für die Kanuten bleibt.


Grillen

Die Junge Union KV Hildesheim fordert das Grillen am Hohnsensee in der Südkurve in einem Teilbereich zu erlauben. Dazu sind seitens der Stadt Hildesheim mehrere kleine Grillflächen mit geeignetem Untergrund inkl. Sitzgelegenheiten einzurichten und Mülltonnen in ausreichender Zahl mit Deckel aufzustellen. Als Beispiel für Grillzonen kann die Neckarwiese in Heidelberg dienen. Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass wir nicht für den Bau eines gemauerten Grills oder gar einer Grillhüte sind. Wir nehmen auch zu der Kritik der Vermüllung Stellung: Wer morgens um den See läuft, sieht diese Vermüllung auch ohne Grillflächen im gesamten frei zugänglichen Bereich. Ein kleiner begrenzter Bereich würde dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger im wesentlich größerem restlichen Bereich nicht durch Rauch und Lärm belästigt und die Rasenflächen gegen herabfallende Kohle geschützt werden. Die Nutzerinnen und Nutzer stehen genau wie die Stadt hinsichtlich des Mülls in der Verantwortung. Es mag Berichte über den Müll in Heidelberg geben, aber dieser wird jeden Morgen von der Stadt beseitigt. Gerne beteiligt sich die Junge Union nach Vatertag oder ähnlichen Sommertagen an Aufräumaktionen, die ein Bewusstsein schaffen. Möglich sind auch Informationstafeln mit der Information über Flora und Fauna und der Bitte, den eigenen Müll wegzuräumen.

Ebenfalls mögliche und geeignete Grillplätze sind der Ernst-Ehrlicher Park, die Bastion, der Raum zwischen Innerste und Mühlengraben sowie die Grünfläche hinter der Bischofsmühle, die insgesamt aufzuwerten ist (siehe Punkt Soccer- und Basketballplatz).

Die Gefahr der Vermüllung ist als Gegenargument im Ergebnis zu kurz gedacht. Die Bürgerinnen und Bürger werden immer irgendwo grillen und durch die Legalisierung des Grillens an ausgewählten Stellen im Sinne der Daseinsvorsorge wird das Wildgrillen unterbunden und dadurch die weitflächige Vermüllung auf einen engen und kontrollierbaren Raum reduziert.


Rundweg Hohnsensee

Wir, die Junge Union Hildesheim, sehen in der festen Einheit von Jowiese und Hohnsensee ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal der Stadt Hildesheim und wissen um die zentrale Bedeutung des Gebietes als Naherholungsgebiet für alle Hildesheimer.

Hildesheim besitzt mit der Jowiese eine einzigartige Kombination aus Freibad und See. Hannover, Braunschweig und andere Städte beneiden uns darum. Die Mischung aus Natur und Freizeitangebot ist für viele Familien und Jugendliche aus der Region eine wichtige Alternative zum Urlaub in der Ferne.

Durch den Weg würden die vorhandenen Liegeflächen und damit auch einmalige Ruhezonen extrem beschnitten. Die Bedeutung des Rückzugorts, insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, sollte nicht an der Zahl der Badegäste im Hohnsensee festgemacht werden.

Welches Hildesheimer Kind hat nicht im geschützten Raum der Jowiese gerne am Strand des Hohnsensees gespielt, ohne dabei wie auf dem Präsentierteller zu liegen? Wie viele Burgen wurden mit Sand und Wasser gebaut, während die Eltern in unmittelbarer Nähe auf der Wiese entspannen konnten? Das wird es mit einem öffentlichen Weg mitten durch die Ruhezone der Jowiese nicht mehr geben. Badesachen können nicht unbeaufsichtigt liegen gelassen werden und Raum für ausgelassene Frisbee-, Federball- oder Fußball-Partien wäre nicht vorhanden.

Wir fordern den Rat der Stadt Hildesheim auf, die besondere Charakteristik des Freibads Jowiese zu bewahren. Es darf auch zukünftig keine Trennung der Jowiese und des JoBeachs in Betrieb, Verpachtung und Marketing geben.

Wir als Junge Union Hildesheim möchten trotz unser grundsätzlich kritischen Haltung an einem Rundweg die unternehmerischen Interessen potentieller Pächter der Jowiese berücksichtigen. Wir honorieren die Leistung des aktuellen Betreibers und wissen, dass der Erhalt und die positive Entwicklung der Jowiese in den letzten Jahren ihm zu verdanken ist. Aus diesem Grund schlagen wir vor, die Nordseite des Hohnsensees von September bis Mai tagsüber und von Juni bis August ab 18 Uhr öffentlich, aber kontrolliert zugänglich zu machen. Nachts und bei Veranstaltungen wie dem Olympia Camp sollte der Durchgang geschlossen bleiben.

Die Pflege des nördlichen Hohnsensees, insbesondere des Strands und der Beachvolleyballfelder, sind in enger Absprache mit dem Betreiber der Jowiese sicherzustellen. Ansonsten besteht neben der Verunreinigung u.a. durch Hundekot eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Glasscherben und anderem Müll - besonders für kleine Kinder. Angesichts des Zustandes der Südseite des Hohnsensees und der restlichen Wallanlagen befürchten wir, dass der öffentliche Teil innerhalb weniger Jahre ebenfalls verkommt.

Auch ist bei einem ganzjährigen Bistrobetrieb auf der Nordseite sicherzustellen, dass Sanitäranlagen vorgehalten werden. Bauliche Maßnahmen jeglicher Art dürfen nur im Einklang mit der Natur und Umwelt erfolgen. Wir wollen kein zweites Noah, sondern den natürlichen Charme des Sees und Jobeachs erhalten.


Bastion

Die Bastion ist aus unserer Sicht ein Highlight der Wallanlagen und daher unbedingt herauszustellen. Die Pläne, den Bereich für Autos zu sperren und hier eine größere Grünfläche anzulegen, begrüßen wir ausdrücklich. Die so neu entstehende Fläche ist als großflächige Aufenthalts- und Spielplatzfläche im Einklang mit der Natur anzulegen. Aufgrund zur Nähe der HAWK bietet es sich an, hier einen weiteren Grillbereich anzulegen.

Wie bereits im Punkt Spielplätze erwähnt, wünschen wir uns Konzeptspielsplätze. Während sich am Hohnsensee ein Piratenspielplatz anbietet, kann es hier der Ritterspielplatz sein.

Die Bastion sollte dringend professionell gereinigt, aufgehübscht und die Bedeutung der Anlage für die Geschichte Hildesheims mit Informationstafeln herausgestellt werden. Unnötige Schilder (siehe Abbildung Nr.8) sind zu entfernen. Abends empfehlen wir die Beleuchtung des Mauerwerks der Bastion mit geeigneten Strahlern. In Kombination mit der neuen Fläche rund um die Anlage entsteht so ein neuer Aufenthaltsort, der auch noch nach Einbruch der Dunkelheit nutzbar ist.


Teiche im Bereich des Ernst-Ehrlicher-Parks

Die Teiche im Bereich des Ernst-Ehrlicher Parks sind in einem traurigen und erbärmlichen Zustand. Das Ökosystem ist zerstört, die Oberfläche halb zugemodert und das Wasser stinkt. Der Status quo ist nicht akzeptabel. Allerdings wissen wir auch, dass eine Sanierung die finanziellen Möglichkeiten des Projekts Zukunft Stadtgrün deutlich sprengen würde. Trotzdem sprechen wir uns ausdrücklich gegen eine Zuschüttung der Teiche aus. Dies kann und darf keine Alternative sein. Dazu ist das Potential der Teiche zu groß. Schließlich gab es Zeiten, da waren diese kleinen Gewässer ein echtes Highlight. Aber leider rächt sich hier einmal mehr die nachlässige Pflege der Anlagen seitens der Stadt.

Wir verlangen eine Aufstellung möglicher Maßnahmen zur Behebung der aktuellen Situation inklusive potentieller Kosten. Auf Basis dieser Aufstellung ist seitens der Stadt ein realistisches Konzept zur Wiederherstellung der Ökosysteme zu entwickeln. Ausdrücklich unterstützen wir hier die Bereitschaft, auch kreative und unkonventionelle Lösungen auszuprobieren, wie beispielsweise die Auflockerung und Anreichung des Wassers durch Wasserspiele. Stillstand und Mutlosigkeit verbessert den Status quo nicht – im Gegenteil.

Aufgrund der Komplexität der Thematik empfehlen wir die Aufbereitung der Teiche im Ernst-Ehrlicher Park separat zu behandeln und aus den Planungen des Projekts Zukunft Stadtgrün herauszunehmen.


Sedanallee

Wir sprechen uns gegen die Einbindung der Sedanallee in das Projektgebiet aus. Keine Frage, der Weg hat eine zentrale Bedeutung. Aber schwerpunktmäßig nicht als Erholungsgebiet, sondern eher als schöner Verbindungsweg (insbesondere für Fahrradfahrer) zwischen den Stadtteilen. Die Sedanallee muss daher unter anderen Gesichtspunkten als die Wallanlagen verbessert werden. Zudem ist eine vernünftige Anbindung zum Kehrwiederwall praktisch kaum realisierbar. Das Projektgebiet ist ohnehin schon groß genug. Die Sedanallee muss in einem anderen Kontext bearbeitet werden.


Sanitäranlagen

Momentan gibt es im gesamten Projektgebiet keine öffentlichen Toiletten. Dies muss im Rahmen des Projekt Zukunft Stadtgrün unbedingt geändert werden. Hier ist ggf. möglich, mit den Betreibern des Noah, der Jowiese oder anderen Gastronomen in der Gegend sowie der HAWK eine praktikable Lösung zu finden. Toiletten sind im Rahmen der Beschilderung der Wallanlagen auszuschildern (siehe Punkt Wegweiser statt Statuen).


Wegweiser statt Statuen

Wir sprechen uns ganz klar gegen Statuen oder andere Kunstobjekte an den Ein- und Ausgängen der Wallanlagen aus. Die Kosten dafür können gespart und stattdessen in eine geeignete Beschilderung der Wallanlagen inklusive Informationstafeln über die Umgebung investiert werden.

Wir wünschen uns Informationen über die Natur und die Geschichte Hildesheims, insbesondere die der Wallanlagen mit historischen Bildern. Ggf. lassen sich weitere Informationen mit einem QR-Code bereitstellen und mit diesem auch die Webseite des Statdmarketings verlinken. Wichtig ist, dass die Informationen (zumindestens aber ein Teil davon) auch für Kinder und Jugendliche geeignet und verständlich dargestellt werden.

Eine ausreichende Anzahl an Übersichtskarten des gesamten Projektgebiets mit Kennzeichnung markanter Orte, Spielplätzen, Aussichtspunkten, Grillflächen und Toiletten ist zwingend erforderlich. Erweitert werden kann das Angebot durch eine Gegenüberstellung der aktuellen mit historischen Karten.

Mit dem Verein Ornithologischer Verein zu Hildesheim e.V. besitzt Hildesheim eine Organisation, die sich bestens mit der hiesigen Flora und Fauna auskennt. Bei der Beschilderung der Umwelt ist das Wissen und die Dokumentation des Vereins zu nutzen und eine enge Zusammenarbeit anzustreben.


Beleuchtung

Viele junge und ältere Menschen wünschen sich eine Beleuchtung der Wege. Wir fordern daher die Realisierbarkeit einer Wegbeleuchtung an zentralen Punkten, die insbesondere hinsichtlich des finanziellen Aufwands zu prüfen ist. Eventuell sind Insellösungen mit eigenen Stromkreisen, Batterien und Solarpanels möglich. Wichtig ist dabei, dass eine mögliche Beleuchtung der Wege in die Natur integriert wird. Hier gibt es eine Vielzahl guter Beispiele.


Aussichtspunkte

Im gesamten Projektgebiet und insbesondere auf den Wallanlagen gibt es einige, zum Teil versteckte Aussichtspunkte. Diese sind seitens der Stadt herauszustellen, aufzuarbeiten und durch eine ausreichende Beschilderung kenntlich zu machen. Wenn erforderlich ist hier durch angemessenen Strauchschnitt die Sicht wiederherzustellen. Es wäre schön, wenn die Aussichtspunkte mit stationären Ferngläsern ausgestattet werden, ggf. mit einem ähnlichen Stiftungsmodell wie bei den Bänken (siehe Punkt Sitzbänke und Mülleimer)

Bei der Herrichtung und Auswahl von geeigneten Aussichtspunkten empfehlen wir wie bei der Beschilderung eine Zusammenarbeit mit dem Verein Ornithologischer Verein zu Hildesheim.


Kleine Besonderheiten

Wir schlagen vor, im gesamten Projektgebiet kleine Highlights in die Natur und die Umgebung zu integrieren, die von Spaziergängern und insbesondere jungen Besuchern der Anlagen unterwegs entdeckt und bespielt werden können. Das kann mal eine Schaukel an einem Baum. eine Rutsche oder eine Seilbahn entlang des Walls, ein alter Baum zum klettern, eine Murmelbahn aus Stein, ein kleines (funktionierendes Wasserspiel) oder ein Rätsel sein. Vielleicht gibt es ja sogar kreative Ideen für eine Parkralley für Kinder.

Der Tunnel unter dem Kehrwiederwall (siehe Abbildung) muss entweder gesperrt und die Tür der Umgebung angepasst oder zu einem sicheren Abenteuer mit Beleuchtung gemacht werden. Letzteres sehen wir allerdings kritisch, da der Aufwand so einen Tunnel zu betreiben und zu pflegen, hoch ist.

Aktuell ist die Gefahr durch Vermüllung und Vandalismus hoch und die Situation daher nicht tragbar.


Beauftragung externer Firmen

Wir kritisieren die Beauftragung externer Firmen wie die Landschaftsarchitekten Lohaus + Carl zur Erstellung eines Konzept für die Neugestaltung des Gebietes Hohnsensee und Wallanlagen. Ausreichendes Fachwissen zur Erstellung eines Rahmenplans muss innerhalb der Verwaltung vorhanden sein. Gute Ideen gibt es innerhalb der Bevölkerung jedenfalls mehr als genug und vorhandene Mängel sind einfach zu offensichtlich. Das Geld für externe Firmen ist an anderer Stelle sinnvoller investiert.

Sollte die Beauftragung eines Landschaftsarchitekten Voraussetzung für die Fördergelder sein, ist die Arbeit Externer auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.


Informationspolitik durch die Stadt

Wir erkennen die Bemühungen der Stadt, die Bürgerinnen und Bürger bei der Planung zum Projekt Zukunft Stadtgrün mit einzubeziehen. Die Informations- und Diskussionsveranstaltung am 19. März zu diesem Thema war ein erster guter Schritt in die richtige Richtung. Leider wurden seitdem weder die Ergebnisse des Treffens, noch die Präsentationen oder weitergehende Informationen zum Projekt Zukunft Stadtgrün veröffentlicht. Erst gestern (27.04.2019) wurde in der HAZ ausführlich über das Thema berichtet. Wie sollen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen, wenn der Zugang zu Informationen verwehrt wird? Die Informationen, die vorhanden sind, sollten im Wege einer proaktiven Opendata-Lösung direkt veröffentlicht werden.

Die Information der Öffentlichkeit und die Bürgerbeteiligung zusammen in einer Veranstaltung zu verbinden, ist nicht ziel führend. Richtigerweise müssen zunächst der Stand der Planungen und die Rahmenbedingungen veröffentlicht werden. Erst in einem zweiten Schritt, mit zeitlichem Abstand kann dann die eigentliche Bürgerbeteiligung erfolgen.

Sämtliche Planungen und der aktuelle Stand der Planungen zum Projekt Zukunft Stadtgrün müssen jeder Zeit öffentlich zugänglich sein. Die Bürgerbeteiligung ist wesentliche Voraussetzung der Fördermaßnahmen, die Stadt muss dieser Pflicht schon aus ureigenem Interesse unbedingt nachkommen.


Schlussbemerkung

Als Stimme der Jugend wollen wir die die Flucht junger Menschen nicht nur bejammern, sondern ihr präventiv entgegenwirken. Deshalb bitten wir Sie eindringlich, die genannten Aspekte in Ihre Überlegungen zum Thema „Zukunft Stadtgrün – Hohnsensee mit Wallanlagen“ zu berücksichtigen und unsere Stadt für junge Menschen wieder attraktiver zu machen. Bitte unterstützen Sie unsere Ideen.

Für die Jugend, für die Stadt – Junge Union Hildesheim


Autoren: Cornelius Henning, Lara Münter, Christopher Tatge, Hans Peter von der Heyde, Karsten Wussow (Arbeitskreis Hohnsensee)
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